Kultusministerkonferenz 04.+05.12.2019 zum Thema Schwimmen

Am 4. und 5. Dezember 2019 fand eine Fachtagung in Dresden zum Thema Schwimmen in Schulen statt. Hintergrund der Tagung ist, dass eine Empfehlung von 2017 fortentwickelt werden soll. Dabei soll der Punkt „sicher schwimmen können“ klar definiert werden und zwischen den Verbänden und Ländern abgestimmt werden, da nur so ein flächendeckende gleichartige Ausbildung im Bereich Schwimmen in der Schule sichergestellt werden kann. Dabei wurden gemeinsame Standards geschaffen und Prüfungsanforderungen beschlossen.

Von den Teilnehmern wurde eine gemeinsame Erklärung herausgegeben in der es heißt: „Die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland und der Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung stimmen darin überein, dass Sicher Schwimmen Können ein wichtiges Kulturgut darstellt und für alle Schülerinnen und Schüler als motorische Basiskompetenz zu verstehen ist. […] Die im BFS (Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung) zusammengeschlossenen Verbände und die KMK erklären ferner den gemeinsamen Willen, für den Erhalt einer geeigneten Bäderinfrastruktur und den Einsatz eines fachlich qualifizierten Personals einzutreten.“

Das gibt auch eine gewisse Zuversicht, dass wir durch das Kultusministerium entsprechende Unterstützung für die Bäderinfrastruktur erwarten dürfen. Auch wenn Frau Eisenmann nicht ganz zu unrecht auch die Eltern in die Pflicht nimmt, müssen die Grundlagen für die Schwimmausbildung auch politisch gefördert werden.

Weitere Informationen zur Erklärung der KMK ist hier zu finden: https://www.presseportal.de/pm/7044/4460158

Haushaltsdebatte im Bundestag

Am 28.11.2019 lief in der 131.Sitzung der 19ten Wahlperiode die Haushaltsdebatte im deutschen Bundestag. Auch das Thema Bädersterben und notwendige Fördertöpfe kamen zur Sprache und wurden von Vitor Perli (Die Linke) und Detlev Pilger (SPD) explizit genannt. Hier ein Ausschnitt:

„Liebe Kolleginnen und Kollegen aller Fraktionen, lieber Eberhard Gienger, lassen Sie uns überlegen, wie wir gemeinsam im Haushalt 2021 ein Schwimmbadsanierungsprogramm auflegen können; (Beifall bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) denn der Bedarf ist riesig. Die Kinder und deren Eltern werden es uns danken. Nicht zuletzt lernen die Kinder, die aus sozial benachteiligten Situationen kommen, nicht mehr schwimmen, und die trifft es in diesem Fall dann besonders dramatisch.“

Das lässt uns hoffen, dass ggf. auch das Neuffener Tal von einem solchen Programm profitieren kann.

Nachzulesen im Steno-Protokoll

DLRG übergibt Petition „Rettet die Bäder“ an Petitionsausschuss des Bundestag

Die Zahl der Schwimmbäder in Deutschland nimmt ab, die Schwimmausbildung wird zunehmend schwieriger. Am Mittwoch (25.9.) übergab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ihre Petition „Rettet die Bäder!“ in Berlin an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages. Über 130.000 Unterzeichnende fordern eine angemessene und nachhaltige Bäderversorgung, damit auch in Zukunft Menschen das Schwimmen lernen und die Möglichkeit bezahlbarer sozialer Angebote erhalten bleibt.

Weitere Informationen hier: https://www.presseportal.de/pm/7044/4385305

Bericht der Landesregierung zu Schwimmfähigkeit und Bädersterben

Am 17. Januar 2018 fand ein Runder Tisch „Schwimmen in der Schule“ im Kultusministerium statt. Auf Drängen der Schwimmsport treibenden Verbände (Schwimmverband Württemberg, Badischer Schwimm-Verband, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft), der Deutsche Sportlehrerverband und weiteren Vertretern war die Notwendigkeit einer Erhebung valider Daten zum Schwimmunterricht in der Grundschule klar geworden. Ziel sollte es sein eventuell bestehende Handlungsbedarfe zu erkennen und gegebenenfalls zielgerichtete Maßnahmen einleiten zu können.

Am 06. September 2019 wurde der entsprechende Bericht dieser Erhebung veröffentlicht. Anbei einige Auszüge mit einem klaren Ergebnis:

„Rund ein Viertel der Schulen (24,2 %) gab an, keinen Schwimmunterricht anbieten zu können. Etwa je die Hälfte der teilnehmenden Schulen gaben als Grund an, dass es kein Schwimmbad in der Nähe gibt (51,8 %) bzw. die Transferzeiten zu lang sind (55,1 %). Etwas mehr als ein Drittel der Schulen nannten das Fehlen von qualifizierten Lehrkräften als Grund (37,6 %). 34 % der Schulen gaben sonstige Gründe wie die Sanierung des örtlichen Schwimmbades, zu hohe Kosten oder ein unpassendes Schwimmbad an.“

Großen Einfluss auf die Schwimmfähigkeit hat die Entfernung des Schwimmbads zur Schule. Rund 73 % der Schulen benötigten einen Transfer zum Schwimmbad. An Schulen, die ein Schwimmbad in der Nähe haben, wurde die Schwimmfähigkeit am Ende der Schwimmausbildung von mehr Kindern erreicht.“

Wie die Überschrift des Berichts schon aussagt, stellt die Erhebnung klar, dass es dringenden Handlungsbedarf beim Thema Schwimmfähigkeit und Bädersterben gibt!

Die entsprechende Drucksache kann auf der Homepage des Landtags eingesehen werden.