Seit dem 15.09.2020 hat die Beurener Kleinschwimmhalle wieder ihre Türen geöffnet. Allerdings vorerst nur für das Schul- und Vereinsschwimmen. Dennoch ist es schonmal ein guter Schritt in die richtige Richtung, sodass zumindest wieder Ausbildungsbetrieb für unsere jungen Schwimmer – oder solche die es noch werden wollen – möglich ist.
Weiterhin ist der Badespaß allerdings mit strengen Hygieneanforderungen verbunden. Im Wartebereich sind Markierungen zur Einhaltung der Abstände angebracht, die Personenanzahl in den Umkleiden ist begrenzt und die gesamte Besucherzahl im Badebereich ist stark limitiert: maximal 10 Personen bei schwimmerischen Aktivitäten und maximal 33 Personen bei der Nutzung durch Nichtschwimmer.
Wir freuen uns dennoch sehr, dass die Kleinschwimmhalle ihre Tore wieder öffnet und der Betrieb langsam wieder hochgefahren wird. Durch die angebotenen Schwimmkurse der DLRG kann die Halle damit zumindest dem Zweck der Schwimmausbildung wieder nachkommen.
Bundestagsabgeordneter Nils Schmid, Landtagsabgeordneter Andreas Kenner und Kreistagsfraktionsvorsitzender Michael Medla zu Gast in Beuren
Auf Einladung des Fördervereins Schwimmhalle Neuffener Tal e.V. waren der
Nürtinger Bundestagsabgeordnete Nils Schmid, der Kirchheimer
Landtagsabgeordnete Andreas Kenner und der Vorsitzende der
SPD-Kreistagsfraktion Michael Medla nach Beuren gekommen, um sich ein Bild der
Situation in der Kleinschwimmhalle zu machen und zusammen mit dem Vorsitzenden
des Fördervereins Kai Schneider und zweiter Vorsitzender Sven Rahlfs im
Gespräch Unterstützungsmöglichkeiten zu erörtern. Mit dabei waren auch weitere
SPD-Vertreter aus den umliegenden Gemeinden und der stellvertretende
Bürgermeister Beurens Roland Krohmer.
Empfangen wurden die Besucher von Fabian Schmid, Vorsitzender der DLRG Neuffen-Beuren
und seinem Stellvertreter Tim Reeth, die die Grundlagen der Halle und deren
Auslastung erläuterten. Die Auslastung sei hoch, „eigentlich haben wir an jedem
Wochentag durchgängig Betrieb“, so Fabian Schmid. „Wir leisten hier viel
Ausbildungs- und Jugendarbeit“, ergänzte Tim Reeth, auch Schulschwimmen aus
Nachbarorten finde hier statt. Am laufenden Training wurde deutlich, dass es
sogar noch Bedarf an einer weiteren Bahn geben würde. Ein Blick auf die
Elektrik zeigt das Grundproblem der Beurener Halle: Der Sanierungsbedarf ist
hoch, die Technik überwiegend über 50 Jahre alt. „Natürlich hat die Halle den
TÜV bestanden, aber das kann sich auch ändern“, erklärte Sven Rahlfs. „Wenn
auch nur ein Teil der Technik ausfallen würde, zum Beispiel der Hubboden,
müssten wir den gesamten Betrieb einstellen“, ergänzte Kai Schneider. Der
Sanierungsbedarf läge bei circa 4 Millionen Euro, „das ist eher knapp
kalkuliert“, betone Roland Krohmer. Die Therme subventioniere den Betrieb der
Halle schon seit Jahrzehnten mit 250.000 Euro im Jahr, „ohne die Therme hätten
wir die Halle schon lange schließen müssen, so wie das andere Gemeinden machen
mussten“.
„Der Sanierungsbedarf ist wirklich enorm“, betonte Nils Schmid nach der
Besichtigung. „Es ist bewundernswert, dass Gemeinde und DLRG die alte Technik
noch so am Laufen halten, aber das ist ein Spiel mit der Zeit“. Spätestens seit
der Bundespetition der DLRG sei das Thema im Bundestag bekannt, die Mittel der
bestehenden Programme seien allerdings für die derzeitige Förderperiode
sämtlich verplant und die Programme selbst vielfach überzeichnet gewesen. Ein
neuer „goldener Plan“ zur Sanierung von Breitensportstätten, auf den die
SPD-Bundestagsfraktion schon seit langem dränge, sei vielleicht eine
Möglichkeit, ebenso wie der Versuch, die bestehenden Programme mehr auf Bäder
und Schwimmstätten auszurichten als bisher. „Allerdings steht vor allem das
Land in der Pflicht, das auch als erstes für die Sanierung kommunaler Sportstätten
zuständig ist“, betonte der Bundestagsabgeordnete. Dem pflichtete MdL Andreas
Kenner bei. „Wir brauchen dringend das bereits mehrfach von der SPD geforderte Landessanierungsprogramm
für Schwimmbäder in Höhe von 30 Millionen Euro“, sagte Kenner, doch dies habe
die grün-schwarze Landesregierung bei den letzten Haushaltsverhandlungen erneut
abgelehnt. „Die Landesregierung muss endlich die Mittel zur Verfügung stellen,
um dem Bädersterben ein Ende zu machen“.
Wie wichtig den Menschen vor Ort dieses Thema ist, zeigen der große
Zuspruch und die Unterstützung des Fördervereins. „Seit der Gründung im
November ist der Verein auf 360 Mitglieder angewachsen, und wir haben
Unterstützung aus dem gesamten Täle“, so der Vorsitzende Schneider. „Die
Gemeinde Neuffen ist schon dabei, Frickenhausen in Kürze sicherlich auch“,
sagte Sven Rahlfs. SPD-Kreistagsfraktionschef Michael Medla zeigte sich von der
Unterstützung beeindruckt. „Natürlich können wir auf Kreisebene keine Mittel
zur Verfügung stellen, aber denkbar wäre eine kreisweite Erhebung über den
Zustand der Schwimmstätten und die Koordinierung mit anderen Landkreisen, um
den Druck auf das Land zu erhöhen“, sagte er. Auch eine bessere Koordination in
der Bäderplanung ergäbe Sinn.
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